Wir machen uns Stark für Kneipp

Bad Salzhausen bietet Kur- und Tagesgästen immer mehr. In Kürze wird das neue Gradierwerk eingeweiht, und an der Trinkkurhalle steht ein mobiles Kneipp-Becken.

Wieder ein Schritt vorwärts in der Entwicklung von Bad Salzhausen: Die Kneipp-Saison im Freien wurde gestartet und der Zusammenhalt mit dem Kneipp-Verein Bad Nauheim-Friedberg-Bad Salzhausen gestärkt. Kerstin Alt von der Kur- und Touristik-Info konnte am mobilen Kneipp-Becken an der Trinkkurhalle auch eine Gruppe des Vereins aus Bad Nauheim begrüßen, die vierzehntägig in die Justus von Liebig-Therme kommt.

Auch Bürgermeister Hans-Peter Seum freute sich über deren Interesse.

Von „zielbewussten Plänen rund um Kneipps Wasserheilverfahren“ in Bad Salzhausen sprach Alt und verwies auf ein Angebot im Haus am Landgrafenteich: Immer montags von 13.30 bis 14.30 Uhr ist dort ein kostenloser Kneipp-Schnuppertag. Fachkräfte führen in das Konzept mit seinen fünf Säulen Bewegung, Ernährung, Nutzung von Heilkräutern, Wasseranwendungen und Lebensordnung ein. Zugleich gibt es im Innenbereich eine Anlage für Kneipp’sche Wasseranwendung, die die Besucher unter Anleitung nutzen können. Das mobile Kneipp-Becken an der Trinkkurhalle bleibt stehen und kann ebenfalls genutzt werden.

Thomas Bruschinsky, der sich seit Jahren für „Kneipp in Bad Salzhausen“ stark macht, schilderte die Vorgeschichte. Seit 1997 ist er alleiniger Geschäftsführer der Klinik Rabenstein. Dort war der Internist Dr. Lutz Ehnert Oberarzt, der inzwischen als Badearzt eine Praxis in Bad Nauheim führt und zugleich Vorsitzender des Kneipp-Vereins Bad Nauheim-Friedberg-Bad Salzhausen ist. Schon in seiner Bad Salzhäuser Zeit war Ehnert von den präventiven und gesundheitsfördernden Wirkungen des Kneipp-Konzepts überzeugt und konnte Bruschinsky dafür gewinnen. „In das Profil des Gesundheitsortes Bad Salzhausen mit den Angeboten Schwimmen, Wassergymnastik, Aquacycling, Nordic Walking und mehr passt das Wasserheilverfahren hervorragend hinein“, sagte Bruschinsky und unterstrich zugleich die Bedeutung der Klink Rabenstein mit ihrem Schwerpunkt Reha-Medizin als Partner. „Mit einigen noch zu leistenden Entwicklungsschritten haben wir die richtige Struktur, um auch vollstationäre Kneipp-Kuren anbieten zu können.“

Namens des Ortsbeirates hieß Hans-Joachim Schwarz die Gruppe willkommen. Ähnlich wie Bruschinsky trat er der Kritik, Bad Salzhausen habe neben den guten Kureinrichtungen und der Natur wenig zu bieten, entgegen und zählte die Reihen „Nidda erlesen“, „Nidda satirisch“, die Kurparkführungen unter verschiedenen thematischen Aspekten, die Bauernmärkte, das Parkfest und mehr auf und vergaß auch nicht die Gastronomie samt neuer Cafés.

Kerstin Alt verwies noch auf die Bauarbeiten am neuen Gradierwerk, das Anfang Juni eröffnet wird. „Hohe Investitionen waren nötig, die unserer kleinen Kommune viel abverlangt haben. Wir sind dankbar, dass auch EU-Mittel aus dem Leader-Programm eingesetzt werden konnten. Bald können wir hier wieder Schwimmen, Kneippen, Trinken und Inhalieren anbieten.“ Nicht um Konkurrenz gehe es beim Ausbau des Kneipp-Bäderdreiecks in der Wetterau (Bad Nauheim, Bad Vilbel und Bad Salzhausen), sondern um gute Zusammenarbeit, zumal jeder der Orte seine individuelle Prägung habe und einen Besuch wert sei.

Probieren geht über Studieren: Obwohl an diesem Maimorgen ein frischer Wind wehte und das Wasser noch nicht warm war, krempelten Thomas Bruschinsky und Hans-Joachim Schwarz die Hosen hoch und gingen ins Kneipp-Becken. Hannelore Rohde Rita Kuehn und Maria Delic aus Bad Nauheim machten es ihnen nach.

Vor dem Rundgang durch den Park mit Gärtner Martin Nagorr gab es für jeden Gast einen praktischen zusammenfaltbaren Trinkbecher, um an allen Quellen probieren zu können.

 

Erschienen im Kreis-Anzeiger Wetterau und Vogelsberg am 15.05.2019